Zinsen & Notenbanken

Zinskurve

inverse Zinskurve · Zinsstrukturkurve

Die Zinskurve vergleicht die Renditen lang- und kurzlaufender Staatsanleihen, meist US-Zehnjährige minus Zweijährige; liegen die kurzen Zinsen über den langen, spricht man von einer inversen Zinskurve.

Einfach erklärt

Wer Geld länger verleiht, trägt mehr Risiko. Deshalb liegen lange Zinsen normalerweise über kurzen. Rechnet der Markt aber mit einer schwächeren Wirtschaft und sinkenden Zinsen, können die langen Renditen unter die kurzen fallen. Dann ist die Zinskurve invers.

Warum das wichtig ist

In den USA ging eine inverse Zinskurve mehreren Rezessionen voraus und gilt daher als Warnsignal. Der Abstand bis zur Rezession war jedoch sehr unterschiedlich, und nicht jede Inversion führte rasch zu einem Abschwung. Sie sollte deshalb zusammen mit Arbeitsmarkt- und Konsumdaten gelesen werden.

Zusammenhang mit den Märkten

  • Vertiefte Inversion: Die Marge der Banken, die sich kurzfristig refinanzieren und langfristig verleihen, schrumpft; Bankaktien geraten oft unter Druck, defensive Sektoren sind gefragt
  • Normalisierung durch schnell fallende kurze Zinsen: deutet meist auf erwartete Zinssenkungen hin, oft verbunden mit wachsender Rezessionssorge
  • Normalisierung durch steigende lange Zinsen: wird als höhere Wachstumserwartung oder Sorge um Staatsdefizite gelesen

Wo man es nachschlägt

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