Leitzins
Leitzinsen
Der Leitzins ist der Zinssatz, den eine Notenbank festlegt, um die Kosten für Geld zu steuern; er ist der Ausgangspunkt für Kredit-, Spar- und kurzfristige Anleihezinsen.
Einfach erklärt
Der Leitzins ist der Grundpreis des Geldes. Erhöht eine Notenbank ihn, wird die Refinanzierung für Banken teurer, und die höheren Kosten wandern in Kredit- und Sparzinsen. Senkt sie ihn, wird Geld leihen günstiger.
Im Euroraum entscheidet die Europäische Zentralbank, in den USA legt der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) ein Zielband für die Federal Funds Rate fest.
Warum das wichtig ist
Notenbanken erhöhen die Zinsen, um Nachfrage zu bremsen, wenn die Inflation zu hoch ist, und senken sie, um die Wirtschaft zu stützen. Jede Zinsentscheidung gilt daher als Urteil der Notenbank über Preise und Konjunktur. Märkte reagieren oft stärker auf Hinweise zur nächsten Entscheidung als auf die aktuelle.
Zusammenhang mit den Märkten
- Zinserhöhung (oder steigende Erwartung): kurzfristige Anleiherenditen steigen, die Währung wertet tendenziell auf, zinssensible Werte wie Wachstumsaktien und Immobilien geraten unter Druck
- Zinssenkung (oder steigende Erwartung): günstigere Kredite, meist positiv für Aktien und Kryptowerte, die Währung wertet tendenziell ab
- Zinsabstand zwischen Ländern: Liegen die US-Zinsen deutlich höher, gerät die andere Währung gegenüber dem Dollar oft unter Druck
