Quantitative Straffung (QT)
quantitative Straffung · Bilanzabbau
Quantitative Straffung (QT) bedeutet, dass eine Notenbank die zuvor gekauften Anleihen und anderen Wertpapiere abbaut und so Geld aus dem Finanzsystem abzieht; sie ist das Gegenteil der quantitativen Lockerung (QE).
Einfach erklärt
In schwierigen Zeiten kaufen Notenbanken in großem Umfang Staatsanleihen und bringen so Geld in Umlauf. Das ist quantitative Lockerung. QT kehrt das um: Die Notenbank lässt Anleihen auslaufen, ohne neu zu investieren, oder verkauft sie, und ihre Bilanz schrumpft. Geld abzuziehen wirkt ähnlich wie eine Zinserhöhung.
Die Fed begann 2022 mit der quantitativen Straffung, auch die EZB baut ihre Bilanz ab.
Warum das wichtig ist
Der Leitzins wirkt vor allem auf kurzfristige Zinsen, QT dagegen auf langfristige Renditen und die Geldmenge im System. Viele Anleger sehen sinkende Liquidität als Gegenwind für Aktien und Krypto, deshalb werden Tempo und Ende von QT fast so genau beobachtet wie Zinsentscheidungen.
Zusammenhang mit den Märkten
- Schnellere oder längere QT: Langfristige Renditen steigen tendenziell, die Liquidität wird knapper, Gegenwind für riskantere Anlagen
- Langsamere oder beendete QT: stabilere lange Zinsen, bessere Liquidität, meist positiv für riskantere Anlagen
- Zeigen kurzfristige Geldmärkte Anspannungen, haben Notenbanken das Tempo schon angepasst
