Lippenstift-Effekt
Lippenstift-Index · kleiner Luxus
Der Lippenstift-Effekt ist die Hypothese, dass Verbraucher in schweren Zeiten große Anschaffungen streichen, sich aber weiter kleine, bezahlbare Freuden wie einen Lippenstift gönnen.
Einfach erklärt
Die Idee: Menschen verschieben große Anschaffungen wie Haus, Auto oder Designertasche, verzichten aber nicht auf kleine, günstige Freuden, die die Stimmung heben. Bekannt wurde das, nachdem ein Manager des Kosmetikkonzerns Estée Lauder sagte, die Lippenstiftverkäufe seien nach der US-Rezession 2001 gestiegen. Heute steht der Begriff für allerlei kleinen Luxus, von Desserts und Parfüm bis zu kleinen Sammelartikeln und günstiger Mode.
Warum das wichtig ist
Er erinnert daran, dass hinter einem Konsumtrend Druck auf die Haushaltskassen stecken kann. Der Lippenstift-Effekt ist aber eine Hypothese, kein bewiesenes Gesetz; Verkaufsdaten zeigen ihn nicht immer. Man sollte ihn deshalb mit Kennzahlen wie Einzelhandelsumsatz und Verbrauchervertrauen abgleichen.
Zusammenhang mit den Märkten
- Wenn rezessionstypischer Konsum zunimmt: günstige Kosmetik, Discounter und Preiswert-Marken gewinnen meist, teure langlebige Güter, Luxus und Autos leiden
- Indikatoren: Einzelhandelsumsatz, Verbrauchervertrauen und Kartenzahlungen nach Kategorien
- Ob ein Trend eine kurze Mode oder ein Krisenzeichen ist, zeigt sich daran, ob Einkommens- und Arbeitsmarktdaten gleichzeitig schwächer werden
