Konjunktur & Inflation

Kerninflation

Kernrate

Die Kerninflation lässt schwankungsanfällige Preise wie Lebensmittel und Energie außen vor und zeigt so den grundlegenden Preistrend ohne vorübergehende Schocks.

Einfach erklärt

Benzin- und Gemüsepreise schwanken mit dem Wetter, mit Kriegen und mit Entscheidungen der Ölförderländer. Lässt man sie weg, sieht man, wie schnell die Preise im Kern steigen. Das ist die Kerninflation.

Die US-Kernrate des CPI klammert Lebensmittel und Energie aus. Die Fed misst ihr 2-%-Ziel am Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCE) und beobachtet auch dessen Kernrate. Im Euroraum achtet die EZB auf die Inflation ohne Energie und Lebensmittel.

Warum das wichtig ist

Notenbanken sorgen sich mehr um hartnäckigen Preisdruck als um einen kurzen Ölpreisschub. Sinkt die Gesamtinflation, bleibt die Kernrate aber hoch, haben sie keine Eile mit Zinssenkungen. Mieten und Dienstleistungspreise sind besonders zäh, weil sie selten wieder fallen.

Zusammenhang mit den Märkten

  • Kernrate über den Erwartungen: bewegt die Märkte oft stärker als die Gesamtrate; Renditen und Dollar steigen, Wachstumswerte geraten unter Druck
  • Hohe Gesamtrate, stabile Kernrate: kann als vorübergehender Energieeffekt gelten, die Notenbank strafft dann womöglich nicht

Wo man es nachschlägt

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